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Der „Reinfall“ Netgear

Jetzt bin ich einmal ordentlich reingefallen. Und zwar mit dem Service von der Firma Netgear.

Ich habe mir ein Netgear ReadyNas Duo (RND2110) im vertrauensvollen Versandhandel gekauft. Normaler Preis, sofort lieferbar.
Das Produkt selber ist von den Daten her ein gutes NAS, also ein Network Accessed Storage. Eine ideale Backup-Lösung für den schmalen Geldbeutel.

Die Version RND2110 kommt dabei mit einer 1TB großen Festplatte. Eine zweite Festplatte ist nachrüstbar, und dann im Raid 1 oder Raid 0 Modus zu betreiben. Ich wollte das System für wichtige Daten hier als Raid 1 nutzen. Also als doppelter Sicherung der Daten auf beiden internen Festplatten. Eine Festplatte wäre dafür dann nachträglich noch eingebaut worden von mir.
Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Wenn einer der Festplatten sterben sollte, sind die Daten immer noch vorhanden. Ein Austausch der defekten Platte würde dann wieder für die komplette Funktionsfähigkeit des Systems sorgen. Mit allen Daten!

Doch als ich das Gerät bekam war die Überraschung groß.
Zuerst einmal war in der Verpackung ein bereits gebrochenes Siegel. Allerdings durch ein weiteres Siegel von Netgear überklebt. Das an sich ist natürlich nicht schlimm. Schlimm war dann, das die 1TB Festplatte mit nur zwei(!) Schrauben auf dem Tray festgeschraubt war. Wobei „fest“ hier relativ ist. Die Schrauben hielten im Gewinde. Belassen wir es dabei.

Beim Schütteln des leeren Gehäuses konnte ich dann eine weitere Schraube hören. Die vierte Schraube blieb verschwunden.
Da ich das Gerät nicht in Betrieb nehmen wollte wenn eventuell die Schraube auf der Platine einen Kurzschluss verursachen könnten habe ich mich gleich an den Hersteller-Support gewandt.

Soweit so schlimm. Aber hier wurde mir anhand der Seriennummer mitgeteilt, das das Gerät kein RND2110 sei, sondern ein RND2000. Also nur das Leergehäuse. Irgend ein Händler oder so muss die Festplatte nachgerüstet haben und es als RND2110 verkauft haben. Dies könne aber auch beim Hersteller passiert sein.

Man bot mir einen Austausch an um das Problem zu beheben (mittlerweile stellte sich auch raus das die Garantiekarte sowie beiliegende Schrauben fehlten).
Hierzu solle ich das Gerät ohne Zubehör an ein Service-Center schicken. Bei Erhalt des Gerätes geht ein Austauschgerät an mich raus.

Wie gesagt, nur das Gerät selber, ohne Zubehör. Und ich sollte alle Daten auf dem System löschen.

Also schickte ich das nagelneue, noch nie eingeschaltete Gerät ein.

Heute bekam ich dann ein Paket wieder. Ein RND2000.
Ok. Das Gehäuse ist ja identisch. Allerdings…

… ja… allerdings hatte ich das RND2110 mit Festplatte eingeschickt. Denn die Festplatte sah ich nicht als Zubehör an, zumal ja genau das Problem auch mit dem Einbau der Festplatte zusammenhing.
Zurück bekam ich nur das Leergehäuse. Keine Festplatte.

Was war los?
Der Anruf mit der Hotline brachte mir dann die Erleuchtung.

Netgear betrachtet die Festplatte als Zubehör. Für sie ist das RND2110 nichts anderes als ein RND2000. Man hätte die Festplatte ausbauen müssen und diese eben nicht mit einschicken sollen. Warum ich dann die Daten darauf vorher löschen soll erschließt sich mir nicht.
Diese Vorgehensweise erschließt sich mir auch nicht wirklich. Ok, klar. Es ist schon eine gewisse Logik dahinter. Aber ich betrachte eben die Festplatte nicht als „Zubehör“. Kabel und CD sind klare Zubehörteile.
So als ob man beim Werkstattbesuch eines Autos irgendeine Motor-Version bekommt. Ist ja Zubehör. 😉
Ok, dieser Vergleich hinkt gewaltig. 🙂

Dennoch. Wahrscheinlich mein Fehler. Ein Fehler der aber sicher nicht nur mir passieren kann.
Der Netgear-Support will nun schauen was sie machen können, und ich hoffe ich bekomme nun noch eine TB-Festplatte. Ansonsten war es ein sehr teurer Kauf.

Also wer ebenso wie ich mit dem Netgear-Support zu tun haben muss, achtet darauf was ihr einschickt. Für mich hat das ganze einen sehr herben Beigeschmack. Auch wenn Netgear natürlich mich als einzigen Verursacher sieht. Und trotzdem nun versuch das Problem zu lesen.

Ach ja.
Und wer dann den Netgear-Support bewertet weil er für seine Supportanfrage eine entsprechende Email bekommt sollte wissen das der ursprüngliche Bearbeiter die Bewertung lesen kann.
Ich bekam nach der nicht sehr guten Bewertung des gesamten Support eine leicht beleidigte Email des Sachbearbeiters.
Ich hatte ja nicht nur ihn bewertet sondern den gesamten Support, aber es ist gut zu wissen das diese Sachbearbeiter eben diese Bewertungen lesen können. Nicht anonym, sondern ganz gezielt mit der Fallnummer und den dazu gehörigen persönlichen Daten…

Update 1:
Der versprochene Rückruf bzw. Email fand nicht statt. Sowas finde ich immer sehr schlecht bei einem Support. Und das lässt mich befürchten das Netgear hier dann auch nichts weiter unternehmen will. Schade. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Update 2:
Nach weiteren Telefonaten ist die Festplatte nun wieder in meinem Besitz. Und ich bin zufrieden mit dem Gerät.

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