Die Flüsse von London – Roman

London und Krimis. Da kommen einem natürlich sofort Sherlock Holmes in den Kopf.

Doch dieser Gedanke ist bei dem Buch „Die Flüsse von London„* natürlich völlig falsch.

Denn:

  1. Der Roman spielt in der heutigen Zeit
  2. Der Hauptakteur ist kein Detektiv, sondern Police Constable der Londoner Metropolitan Police
  3. War bei Sherlock Holmes nie ein Geist der Hauptzeuge eines Mordes
Cover Flüsse von London
Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch

Ja, richtig gelesen. Geister.

Alles began damit das der PC Peter Grant an einem kalten Morgen im Januar um sechs Uhr in der früh die Absperrung um einen Mordfall bewachen durfte. Besser gesagt musste.
Als seine Kollegin gerade Kaffee holen ging kam ein Zeuge. Ein Zeuge, der den Vorfall genau beschreiben konnte. Es gab eben nur ein kleines Problem. Der Zeuge war tot. Seit etlichen Jahren schon.

Ok, das kann natürlich jeder behaupten. Und als gewisserhafter Polizist wird natürlich erst einmal nach einem entsprechenden Beweis gefragt. Die durchsichtige Erscheinung reichte dann aber.

Aber das ist natürlich ein Problem. Wer glaubt schon an Geister? PC Peter Grant jedenfalls nicht. Eigentlich. Und seinen Vorgesetzten kann er dies so sicherlich auch nicht verkaufen. Also wird lieber geschwiegen.
Doch als eine Versetzung in die (seiner Meinung nach) langweiligste Abteilung der Polizei der droht versucht er sich an der Geisterjagd. In der Hoffnung das ihm dann wenigstens seine Kollegin glaubt. Oder er Informationen bekommt, die ihn vor dieser Abteilung bewahren und vielleicht in die Mordkommision bringen.

Doch die Geisterjagd startet so schlecht wie es nur geht. Er erzählt einem völlig fremden Polizisten in Zivil was er tun möchte…

Fazit

Gleich vorweg: mir hat das Buch sehr gefallen.
Klar, diese Art „normaler Mensch erlebt das es Magie gibt und lernt diese“ ist ja auch schon in den Harry Potter Büchern angewandt worden. Es ist also keine bahnbrechend neue Idee.
Aber sie ist gut umgesetzt worden.

Vor allem Fans des trockenen britischen Humors dürften hier auch ihre Freude dran haben. Denn der taucht immer wieder auf. Bei einem ganz frischen Police Constable der eigentlich wissenschaftliches Denken gewohnt ist, und nun mit dem eigentlich unwissenschaftlichsten konfontriert wird kein Wunder.

„Und Sie sind… was denn nun?“
„Ein Zauberer“
„Wie Harry Potter“
Nightingale seufzte. „Nein, nicht wie Harry Potter.“
„Wieso nicht?“
„Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur“, antwortete er.

Witz ist in diesem Buch eindeutig vorhanden. In vielen Schichten. Und so wird das ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Man bekommt einen gewissen Einblick, wie eine wissenschaftliche Person an so eine fantastische Sachen heran gehen würde: wissenschaftlich. Wie sonst. Aber genau das macht auch einen Reiz der Geschichte aus.

In manch anderen Rezensionen zu diesem Buch kann man die Kritik lesen das die Entwicklung der Hauptfigur Peter Grant zu schnell geht. Aber ganz ehrlich: wenn mir jemand gegenübersitzt und mal eben einen Feuerball in der Hand hielte, ohne sich zu verbrennen, ich würde auch an Magie glauben. Erst recht wenn dies nicht der einzige Zauber ist dem man beiwohnt.

Natürlich ist dies keine Hochliteratur. Aber die Mischung aus der Polizeiarbeit, den Komplikationen und dem Witz macht dieses Buch lesenswert. Es ist ein humoristischer Fantasy-Roman. Nicht in der Art von Terry Pratchett, aber das liegt auch schon an der Tatsache das das Buch in der heutigen Zeit spielt. Auf der Erde.

Allerdings: es ist kein Kinderbuch. Das liegt nicht zuletzt an den grausigen Morden die passieren. Und sie werden doch relativ klar beschrieben.

Jedem der gerne Fantasy liest, und dabei einen lustigen Text nicht verachtet, kann man „Die Flüsse von London„* empfehlen.
Und wem es gefällt: es gibt mittlerweile zwei Fortsetzungen. Doch dazu später mehr.

[box type=“note“]Hörbuch-Fans können bei Audible* eine gekürzte Fassung des Romans* beziehen.[/box]

Die Flüsse von London

Ein nettes Buch für ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Rating by Chris: 4.0 stars
****

 

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